Gefahrenstelle Moosham

Erneut auf dem Prüfstand: Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Trostberg fordert die Untere Verkehrsbehörde im Landratsamt Traunstein auf, nochmals festzustellen, ob die Wegstrecke ab Kreuzung Lagerhaus Huber bis einschließlich Benetsham, Einfahrt Rathgebhof (unser Archivbild), auf 70 Kilometer pro Stunde reduziert werden kann. Foto: Stadt Trostberg

Stadt nimmt Landratsamt in die Pflicht

Untere Verkehrsbehörde soll nochmals Möglichkeit eines Tempolimits bei Moosham überprüfen

Von Michael Falkinger

Über die Gefahrensituation bei der Haltestelle an der Staatsstraße 2093, Höhe Benetsham und Moosham, hatte die Stadt Trostberg bei der Verkehrsschau am 30. September 2014 mit den zuständigen Fachbehörden – Untere Verkehrsbehörde im Landratsamt Traunstein, Staatliches Bauamt, Polizei, ADAC, Automobilclub Europa und Landesverband Bayerischer Fahrlehrer – diskutiert. Bürgermeister Karl Schleid regte damals an, zur Schulwegsicherheit das Tempo an der Haltestelle zu reduzieren. Denn in der unübersichtlichen Kurve könnten Verkehrsteilnehmer übersehen, dass ein stehender Bus seine Warnblinkanlage eingeschaltet hat. Die Straße, an der diese Haltestelle liegt, führt von Stein an Lindach vorbei nach Palling.


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Johannes Halser von der Unteren Verkehrsbehörde  meinte damals jedoch, dass die kurvenreiche Straße keine 100 Kilometer pro Stunde zulasse und Verkehrsteilnehmer sowieso vorausschauend und mit angepasster Geschwindigkeit fahren müssten. Daher sei eine Begrenzung unnötig. Die Dorfgemeinschaft Moosham sieht das anders und hat erneut beantragt, die Wegstrecke ab Kreuzung Lagerhaus Huber bis einschließlich Benetsham, Einfahrt Rathgebhof und zur Familie Steiner, mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung zu versehen. Der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Stadt Trostberg votierte daraufhin in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür, dass die Untere Verkehrsbehörde erneut prüfen soll, ob die Geschwindigkeit auf 70 Kilometer pro Stunde begrenzt werden kann. Die Stadt Trostberg erachtet eine Geschwindigkeitsreduzierung auf diesem Straßenabschnitt als unentbehrlich und notwendig, heißt es im HFA-Beschluss.

Dem Vorschlag der Stadt, im Bereich zwischen Einmündung TS 51 bis nach Ortsende Benetsham die Geschwindigkeit auf 70 Kilometer pro Stunde zu reduzieren, hatten die zuständigen  Stellen nach der Verkehrsschau 2014 nicht beigepflichtet. Sie lehnten es auch ab, Gefahrenzeichen, die auf Fußgänger, Kinder, Radfahrer oder andere kreuzende und querende Verkehrsteilnehmer hinweisen, aufzustellen. Ihren erneuten Antrag, das Tempo zu reduzieren, begründete die Dorfgemeinschaft Moosham jedoch damit, dass die Unfälle, die sich immer wieder ereignen, einen dringenden Handlungsbedarf aufzeigen.

Daher hat sich die Stadtverwaltung bei den zuständigen Jagdpächtern und der Polizeiinspektion Trostberg erkundigt und Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, um die Unfallhäufigkeit einschätzen zu können. 2014 sind laut Auskunft der Jagdpächter aufgrund von Verkehrsunfällen mit Wildtieren auf diesem Straßenabschnitt 14 und im vergangenen Jahr 15 Wildtiere verendet. Der Polizeiinspektion Trostberg wurden 2014 ein Wildunfall und zwei andere Unfälle sowie im vergangenen Jahr ein Wildunfall gemeldet.

Eine 21-tägige Geschwindigkeitsmessung vom 22. Dezember bis 11. Januar ergab, dass von 8540 Verkehrsbewegungen lediglich 2892 Fahrer unter den von der Stadt Trostberg vorgeschlagenen 70 Kilometern in der Stunde gefahren sind und bei 5648 Verkehrsteilnehmern das Tempo über dieser vorgeschlagenen Geschwindigkeitsbegrenzung gelegen hat. Schleids Fazit: „Aufgrund der ermittelten Unfallzahlen sowie der Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessung ist die Stadt Trostberg der Auffassung, dass hier nicht mit einer der unübersichtlichen Kurvensituation angepassten Geschwindigkeit gefahren wird und eine Geschwindigkeitsbegrenzung zur weiteren Verbesserung der Schulwegsicherheit an der Haltestelle Moosham beitragen würde.“ Als starkes Zeichen sah der Bürgermeister daher den einstimmigen Beschluss des HFA, den Antrag der Dorfgemeinschaft Moosham zu unterstützen: „Das ist ein deutliches Signal.“

(30. Januar 2016)

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