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Nikolaus Stella Erler bei der UVA-Jahreshauptversammlung.

Zur Jahreshauptversammlung überraschte der Nikolaus den UVA und brachte Anerkennung und himmlische Eingebung mit. Von links: „Nikolaus“ Stella Erler, Gisa Pauli, Gina Reicheneder, Robert Hesse und Reinhold Schopf (hinten). Foto: UVA

„Natur- und Umweltschutz beginnt in den Köpfen“

Jahreshauptversammlung des Umwelschutzverbandes Alztal und Umgebung: Keine Klagezum Planfeststellungsbeschluss Ortsumfahrung Obing – Naturprojekte für 2017

Auf ein einsatz- und ereignisreiches Jahr hat der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung (UVA) bei seiner Jahreshauptversammlung im Hotel „Pfaubräu“ zurückgeblickt. Dabei stand der Schutz von Natur und Heimat im Vordergrund.


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Der Prozess zum Aubergtunnel endete mit einem Vergleich für die letzten in Bayern lebenden Wimpernfledermäuse, berichtete die UVA-Vorsitzende Gisa Pauli. Ein „Immer-Weiter-So“ bezüglich Ausbau, Verkehr und Wachstum bereite dem Verein Sorge.

Regionale und bundesweite Beteiligung bestimmten das letzte Jahr des Umweltschutzverbandes. Wie Pauli ausführte, ging es um unterschiedliche Bereiche, beispielsweise um den Kahlschlag in der Pechlerau, die Diedinger Dorferweiterung, das ISEK-Stadtentwicklungskonzept und den Umweltinfotag in Gendorf. Zugegen war die UVA-Spitze bei der Erörterung des InfraServ-Antrages zur Wasserentnahme aus Alz und Grundwasser. Der UVA werde sich weiterhin einsetzen und in Kontakt mit dem Konzernleiter Dr. Bernhard Langhammer bleiben.

Neben der Altenmarkter Ortsbegehung und dem Prozess zum Aubergtunnel in München stand auch der Bundesverkehrswegeplan 2016 mit seiner Bürgerbeteiligung und dem Tunnel in der Diskussion. Dazu kritisierte der UVA, dass der Schienenausbau zu kurz komme, CO2-Ausstoß, Flächenverbrauch und Naturzerstörung steigen sowie Umwelt-und Klimaschutzziele verfehlt werden.

Bürgerbeteiligung „Augenwischerei“

Von Seiten der BI-Sprecher bezeichnete Arnulf Erler die Bürgerbeteiligung als eine „reine Augenwischerei“. Die BI ArGe B 304 habe auf Mängel und Fehler hingewiesen – ohne Ergebnis. Selbst im Prozess zum Aubergtunnel seien Risiken und Fakten nicht ernst genommen worden. Der Gesetzgeber habe den Verbänden nur noch das Wort zu naturschutzrechtlichen Belangen eingeräumt.

Dieses Ausgrenzen der Bürger ist laut Reinhold Schopf ein Grund für wachsende Politikverdrossenheit. All die Zeit und Mühen, auf sachlicher Basis am Planungsprozess teilzunehmen, würden ad absurdum geführt: Der Bürger werde für dumm verkauft. Ein Richter habe im Aubergtunnel-Prozess süffisant grünes Licht erteilt, ohne formale Argumente zuzulassen und die Folgen zu bedenken.

„Ungebremster Straßenausbau“

Cornelia Leupold beklagte den ungebremsten Straßenausbau. Zwar existierten zur europäischen Bahn-Magistrale bilaterale Verträge, umgesetzt würden sie jedoch nicht. Die Kosten-Nutzen-Berechnung bezeichnete sie als „Frechheit“. Versiegelung und Zerstörung von Wald und Lebensräumen würden nicht bewertet, sondern nach Bedarf als Verfügungsmasse eingesetzt. So sei Obing mit 7.000 Kraftfahrzeugen pro Tag in den vordringlichen Bedarf gehievt worden. Sie gab sich überzeugt: „Wenn sich die Gesetze nicht ändern, dann muss der UVA etwas in den Köpfen der Leute bewegen.“ Zum Planfeststellungbeschluss Ortsumfahrung Obing stellte die BI-Sprecherin aufgrund der öffentlichen Falschbehauptungen in Leserbriefen klar, dass nicht der „Obinger Weg“ und auch nicht der UVA klage.

Die Befürchtung des Altenmarkter Gewerbevereins „Unternehmen Altenmarkt“, noch mehr Verkehr zu bekommen und dies mit Bitte an den UVA zu ändern, wurde vom Verband registriert. Erler beurteilte die Bedenken als gerechtfertigt. Auch die Auswüchse der Infrastruktur und des Wachstums standen in der Kritik. Das Streben von Politik und Wirtschaft nach immer mehr Wachstum und Infrastruktur führe in eine Sackgasse, sagte Pauli. Auch UVA-Gründervater Max Fröschl warb für ein schnelles Umdenken. Dies fange bei den Gemeinden an. „Mit Teer, Beton und Schulden werden keine Probleme gelöst.“ Durch den Globalisierungs-und Wachstumsrausch würden wenige reich, die Gesellschaft ruiniert und die Zukunft der Menschen zerstört.

Der UVA bezog im vergangenen Jahr laut Pauli Stellung zu Gentechnik, Fracking, Agrarindustrie sowie zu den umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP und CETA. Zu CETA seien Kanzlerin Angela Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und EU-Parlamentsmitglieder angeschrieben worden. Stella Erler gab bekannt, dass auf Druck der Öffentlichkeit und 450 Organisationen die Abstimmung im EU-Parlament auf Februar verschoben wurde. Noch bestehe die Chance, das Abkommen zu verhindern.

Naturprojekte im nächsten Jahr intensivieren

Für 2017 wird der UVA laut Pauli seine Naturprojekte intensivieren. Im Gespräch seien weitere Baumpatenschaften, Gemüse- und Heilkräuteranbau, Naturbegehungen und ökologische Biotopspflege. Robert Hesse werde mehr Aufklärung zur Weiterentwicklung des wertvollen Biotops am Anger betreiben. Ferner wolle sich der UVA um einen Grund bemühen, seinen Facebook-Auftritt erweitern, die Bevölkerung einbinden und einen Film mit Einheimischen zu Bauprojekten und deren Auswirkungen auf die Umwelt drehen.

Zu später Stunde klopfte dann überraschend der Nikolaus an die Tür. Stella Erler schlüpfte in die Rolle und lobte den UVA für seine Liebe zur Natur. Von ganz oben sei sie als Nikoläusin beauftragt, dem Vorstand für die weiteren Jahre himmlische Eingebung und Kraft mitzugeben. So soll der UVA nicht nachlassen und bei Klimaschutz, Ressourcen, Lebensgrundlagen, Naturerhalt, bäuerliche Landwirtschaft, Plastikverbrauch und Verkehr und Wachstum eingreifen. Mit im Gepäck hatte sie Naschereien für Vorstand und Mitglieder und Blumen für die Vorsitzende.

(15. Dezember 2016)

1 Kommentar

  1. Hallo Sam,

    herzlichen Dank für Deine Veröffentlichung im Orgelpfeier.
    Das ist echt super, das Du es so prompt geschafft hast. Merci!!!
    Euch wünsche ich ein frohes Fest und bis auf irgendwann mal wieder.
    LG
    Gisa

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