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500 Jahre Reformation im Zeichen der Ökumene

Evangelische Christusgemeinde Trostberg feiert mit ihren katholischen und rumänisch-orthodoxen Schwesterkirchen

Von Michael Falkinger

Ein bedeutendes Jahr ist für die evangelisch-lutherischen Christen angebrochen: 2017 jährt sich die Reformation zum 500. Mal. Dieses Jubiläum will die evangelische Christusgemeinde Trostberg jedoch nicht für sich alleine feiern. Während des Jahres sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, die im Zeichen der Ökumene stehen. Die Christusgemeinde hat mit dem katholischen Pfarrverband Trostberg und der rumänisch-orthodoxen Gemeinde ein umfangreiches Programm mit ökumenischen Gottesdiensten und mehr auf die Beine gestellt (siehe unten).


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Es ist der 31. Oktober 1517: An diesem Tag soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirchen in Wittenberg angeschlagen haben. Darin sprach er sich gegen Missbräuche beim Ablass und besonders gegen den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen aus. Damit begann Luther, die Institution des Papsttums öffentlich zu kritisieren, was schließlich zum Schisma, zur Spaltung der abendländischen Kirche, führte.

Verschiedene Wege, aber das gemeinsame Ziel: Um nicht völlig getrennte Pfade zu beschreiten, setzte Anfang des 20. Jahrhunderts die ökumenische Bewegung ein. Als Beginn wird die Weltmissionskonferenz in Edinburgh von 1910 angesehen. Die drei Grundziele: gemeinsames Handeln in der Mission, Einheit in der Verkündigung von Jesus Christus und gemeinsamer Dienst an der Welt.

Wie steht’s um die Ökumene in Trostberg? „Wirklich vorbildlich“, befindet der evangelische Pfarrer Wolfram Hoffmann. Der Startschuss für das gemeinsame Feiern des Jubiläumsjahrs der Reformation ist bereits 2015 mit einem Gesprächskreis mit dem Baumburger Dekan Dr. Hans Huber gefallen, 2016 haben die Planungen begonnen. Seit vergangenem Jahr finden auf Trostberger Stadtebene alle drei Monate ökumenische Dienstbesprechungen statt, erzählt Hoffmann.

In den Gesprächskreisen blicken er, sein evangelischer Amtskollege Dr. Josef Höglauer sowie Stadtpfarrer Paul Janßen, Kaplan Michael Maurer, Priesteramtskandidat Mathias Klein-Heßling, Diakon Dr. Gregor Herth, Pastoralreferentin Irmengard Huber und Gemeindereferentin Monika Kraus vom katholischen Pfarrverband Trostberg auf das bereits Erarbeitete zurück, tauschen Erfahrungen und Erkenntnisse aus. Dann geht in kleineren Gruppen die Arbeit weiter.

Als „Ökumene auf Augenhöhe“ bezeichnet Hoffmann diese Kooperation. Gleichberechtigt, kollegial und gegenseitige Bereicherung sind einige Stichwörter, die der evangelische Geistliche nennt. Jeder aus dem konfessionsübergreifenden Team könne seine Ideen und Stärken einbringen. „Das finde ich schön“, sagt Hoffmann. „Das ist definitiv gut eingespielt.“

Selbstverständlich ist das nicht, lässt Hoffmann durchblicken. Er kenne andere Regionen aus Bayern, in denen sich evangelische Christen in puncto Ökumene eher nur als geduldet und als Bittsteller fühlen. Seit etwa zehn Jahren ist Hoffmann Pfarrer der evangelischen Christusgemeinde in Trostberg. „Die Ökumene läuft hier sehr gut“, blickt er auf diese Zeit zurück.

Für den Zeitraum des Jubiläumsjahrs hat das Team Flyer konzipiert, die nicht nur über die Sonderveranstaltungen informieren, sondern auch aufzeigen, was evangelische und katholische Christen bereits lange gemeinsam unternehmen. Denn: „Ökumene müssen wir ja nicht erst erfinden“, betont Hoffmann.

Viele Jahre gibt es unter anderem bereits die ökumenischen Taizé-Gebete, das gemeinsame Gedenken anlässlich des Volkstrauertags, den ökumenischen Kinderbibeltag und im Advent den gemeinsamen Empfang des Friedenslichts aus Bethlehem. Zum vierten Mal findet bereits in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Schwarzau der ökumenische Stationenweg statt, für dessen Etappen Gruppen Texte und Gebete vorbereiten.

Erstmals findet am Mittwoch, 8. März, um 19 Uhr in Lindach ein Taizé-Gebet statt. Der  Kinderkreuzweg, der alljährlich am Karfreitag in der Pfarrei St. Andreas gefeiert wird, hat zwar schon Tradition. Neu jedoch ist, dass er in diesem Jahr – am 14. April ab 10 Uhr im Pfarrzentrum St. Andreas – als ökumenischer Kinderkreuzweg durchgeführt wird. Als persönliches Highlight empfindet Pfarrer Hoffmann die jährliche Sternwallfahrt am Pfingstmontag nach Baumburg. Bislang war dies eine katholische Veranstaltung. Dieses Mal wird die Wallfahrt am 5. Juni um 10.30 Uhr erstmals als ökumenisches Glaubensfest vonstattengehen.

Ökumenische Veranstaltungen in Trostberg

Jeden ersten Mittwoch im Monat:  20 Uhr Taizé-Gebet in der Christuskirche;  neu: am Mittwoch, 8. März, um 19 Uhr in Lindach.

Jeweils donnerstags, 9. März, 16. März, 23. März, 30. März und 6. April: 19 Uhr Exerzitien unterm Kirchendach in der Christuskirche.

Dienstag, 14. März: 19 Uhr Gottesdienst mit Fastenpredigt in der Christuskirche.

Samstag, 25. März:  17.30 Eröffnung des Stationenwegs in der Schwarzau.

Freitag, 31. März:  19 Uhr Beicht- und Bußgottesdienst in der Schwarzau als Abschluss des  Stationenwegs.

Mittwoch, 5. April:  19 Uhr Gottesdienst mit Fastenpredigt in der Stadtpfarrkirche St. Andreas.

Freitag, 7. April: 16 Uhr Jugendkreuzweg von Oberfeldkirchen nach Tinning.

Montag, 17. April:  19 Uhr Ostermontagsvesper in Deinting: katholisch, evangelisch, rumänisch-orthodox.

Gründonnerstag, 13. April:  22 Uhr Gebet durch die Nacht in der Stadtpfarrkirche St. Andreas.

Karfreitag, 14. April:  10 Uhr Kinderkreuzweg im Pfarrzentrum St. Andreas.

Dienstag, 9. Mai:  19 Uhr Maiandacht im Stadtmuseum.

Pfingstmontag, 5. Juni: 10.30 Glaubensfest in  Baumburg.

Mittwoch, 21. Juni, bis  Sonntag, 25. Juni: Studienfahrt „Auf den Spuren der Augustinerklöster“.

Samstag, 22. Juli: Radltour zur Kirche des 16. Jahrhunderts nach Rabenden.

Dienstag, 12. September: 8 Uhr Erstklässlersegnung in der Stadtpfarrkirche St. Andreas.

Montag, 30. Oktober:  „church night“ in der Christuskirche als Dekanatsjugendaktion: Jugendgottesdienst, Aktionen, „Dancing unterm Kirchendach“, Übernachten und gemeinsames Frühstück.

Dienstag, 31. Oktober:  11 Uhr Festgottesdienst zum Reformationstag mit Beteiligung der katholischen und rumänisch-orthodoxen Schwesterkirchen zum 500. Reformationsjubiläum in der Christuskirche, danach Empfang mit Grußworten.

Samstag, 18. November: Gottesdienst zum Volkstrauertag in der Christuskirche.

Mittwoch, 22. November:  8 bis 14 Uhr Kinderbibeltag.

Woche vor Weihnachten: Empfang des Friedenslichts aus Bethlehem  in der Stadtpfarrkirche St. Andreas.

Samstag, 28. Januar 2018: 18 Uhr  Kabarett „Weißblaues Beffchen“ im Postsaal.

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