vhs Trostberg mit guter Bilanz

Umfangreiches Angebot: Die vhs Trostberg bietet in ihrem Kursbetrieb sechs Programmbereiche an. Foto: fam

„2015 für die vhs ein sehr erfolgreiches Jahr“

Positiver Bericht von Geschäftsführung und Vorstandschaft

Von Michael Falkinger

„Die finanzielle Situation der vhs Trostberg gibt keinen Anlass zur Sorge.“ Mit diesen Worten hat Marga Gasteiger, Vorstandsvorsitzende der Volkshochschule, in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) der Stadt Trostberg das abgelaufene vhs-Jahr bilanziert. Günter Kleinknecht, Geschäftsführer der Volkshochschule, hieb in die gleiche Kerbe: „2015 war wieder ein gutes Jahr für die vhs.“ Über den Haushalt und die Aktivitäten der vhs berichteten Gasteiger und Kleinknecht auch einige Tage später im vhs-Kuratorium.


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Die vhs-Bilanz schließt für das Jahr 2015 in Einnahmen und Ausgaben mit 704.337,67 Euro ab (Vorjahr: 608.547,32 Euro). Für 2016 plant Kleinknecht mit 647.000 Euro. Die Finanzen seien sehr gut geführt und gäben keinen Anlass zu Beanstandungen, betonte Gasteiger. Auch seitens des HFA gab es keine Einwände. Dem Gremium gehören neben Bürgermeister Karl Schleid, der auch Vorsitzender des vhs-Kuratoriums ist, die Stadträte Hannspeter Fenis, Eva Gröbner, Peter Kirchgeorg, Irmgard Leineweber, Dritte Bürgermeisterin Dr. Birgit Seeholzer und Hans-Michael Weisky an. Zufriedenheit auch im Kuratorium: Leitung und Vorstandschaft wurden einstimmig entlastet. Dem Gremium gehören unter anderem Vertreter aus Kommunalpolitik, Wirtschaft, Schulen und Kirchen an.

Kleinknecht pickte sich im HFA einige Posten aus dem Finanzstatus mit Stichtag 31. Dezember 2015 und dem damit verbundenen Plan für 2016 heraus. Auf hohem Niveau befinde sich bei den Einnahmen der Staatszuschuss für Doppelstunden, der für das vergangene Jahr 21.377,97 Euro beträgt (Vorjahr: 20.779,97 Euro; Plan 2016: 20.000 Euro). Kleinknecht und Gasteiger bedankten sich für die kommunale Mitfinanzierung der Stadt Trostberg, die der vhs-Geschäftsführer für 2015 und das Vorjahr sowie im Plan für 2016 mit 56.5000 Euro bezifferte. Mit im Boot bei der kommunalen Mitfinanzierung sind die Partnergemeinden Altenmarkt, Engelsberg, Kienberg, Obing, Palling, Pittenhart, Schnaitsee, Tacherting und Tittmoning (2015: 28.146,16 Euro; Vorjahr: 28.066,80 Euro; Plan 2016: 28.000 Euro).

In den Programmbereichen des Kursbetriebs – „Gesellschaft und Leben“, „Beruf und Karriere“, „Sprachen und Verständigung“, „Gesundheit und Fitness“, „Kultur und Gestalten“ sowie „Spezial: Kochen, Freizeit, junge vhs, Familie, Senioren“ – nahm die vhs 2015 insgesamt 527.318,71 Euro ein (Vorjahr: 426.127,30 Euro; Plan 2016: 437.500 Euro). Dem stehen Gesamtausgaben im Kursbetrieb 2015 von 317.861,07 Euro gegenüber (Vorjahr: 238.179,31 Euro; Plan 2016: 255.500 Euro).

Den größten Posten bei den Ausgaben bilden die Personalkosten (2015: 242.868,73 Euro; Vorjahr: 241.639,56 Euro; Plan 2016: 265.000 Euro). Die Miete für auswärtige Räume wie am Marienplatz und an der Tittmoninger Straße bezifferte Kleinknecht für 2015 mit 17.339,17 Euro (Vorjahr: 14.922,91 Euro; Plan 2016: 15.000 Euro).

Über etwas reduzierte Ausgaben berichtete Kleinknecht in puncto Programmheft und Homepage (2015: 19.319,89 Euro; Vorjahr: 21.273,83 Euro; Plan 2016: 22.000 Euro). Die gesunkenen Kosten begründete der vhs-Geschäftsführer mit der etwas reduzierten Seitenzahl und Auflage des Programmhefts. Er kündigte aber auch an, dass es im nächsten Jahr wohl wieder mehr Seiten werden.

Weniger Ausgaben stellte Kleinknecht für Anzeigen und Werbemittel in Aussicht (2015: 6.367,53 Euro; Vorjahr: 4.832,74 Euro; Plan 2016: 5.000 Euro). Der Geschäftsführer begründete den hohen Betrag aus 2015 mit bezahlten Zeitungsanzeigen sowie Inseraten mit Farbfotos für das Ferienprogramm und Studienreisen. Da die Stadt Trostberg seit letztem Jahr jedoch ein eigenes Stadtblatt herausgibt, kann die vhs beim Posten Anzeigen und Werbemittel künftig wieder sparen, weil sie in diesem Medium kostenlos inserieren kann.

„Auffallend hohe Ausgaben“ gab es laut Kleinknecht bei den Anschaffungen für den Lehrbetrieb, der Wartung der EDV und beim Sachbedarf (2015: 45.225,25 Euro; Vorjahr: 21.791,32 Euro; Plan 2016: 8.000 Euro). Dies sei jedoch auch dem Erwerb von 25 Laptops im Wert von 17.000 Euro für die im Programmbereich „Beruf und Karriere“ angesiedelten Schülercamps anzulasten. Denn die vhs müsse hier Vorgaben erfüllen: Pro Schüler muss die Volkshochschule ein Laptop mit einem 17-Zoll-Bildschirm zur Verfügung stellen. Als Software sei zudem das komplette Microsoft-Paket erforderlich. Doch der Erlös aus den Schülercamps rechtfertige diese Ausgaben, betonte Kleinknecht. Immerhin ist der Programmbereich „Beruf und Karriere“ der größte Posten bei den Einnahmen im Kursbetrieb (2015: 188.149,60 Euro; Vorjahr: 121.929,80 Euro; Plan 2016: 150.000 Euro).

„Schwarze Null“

Mit Blick auf den Gesamthaushalt der vhs Trostberg sprach Kleinknecht von einer schwarzen Null. Das Fazit des Geschäftsführers: „Ein sehr erfreuliches Ergebnis.“

In der Kuratoriumssitzung informierte Gasteiger über die Personal- und Arbeitssituation zum Jahresanfang 2016. Dozentin Eliana Zini ist aus der Erziehungszeit zurückgekommen, will aber wegen ihres Sohns ihre Wochenstunden von 25 auf 20 reduzieren. Christine Isemann, die bis 31. Januar für Zini als Elternzeitvertretung eingesetzt war, wird daher in ein auf zwei Jahre befristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Denn: Mitte Januar habe die Erkrankung einer pädagogischen Mitarbeiterin gezeigt, dass kein Programmplaner über die zeitlichen Reserven verfügt, die zusätzlich anfallende Arbeit zu übernehmen, noch sei er fachlich in der Lage, die Vertretung zu übernehmen.

„Es ist jetzt möglich, im Krankheitsfall zu vertreten“, erklärte Gasteiger. Und: Nun seien weitere Deutsch-Integrationskurse möglich, da der Druck von den Mitarbeitern genommen worden sei.  Das Ergebnis hier: Ein dritter Integrationskurs hat bereits am 18. April begonnen, zwei weitere sind in Planung.

Die vhs Trostberg ist zugelassener Träger für Integrationskurse beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, ergänzte Kleinknecht. Seit 2005 bietet die Volkshochschule einen Integrationskurs pro Jahr an. Der Standard-Lehrgang beginnt normalerweise im Oktober und schließt zehn Monate später mit Prüfungen ab. Aktuell laufen drei Integrationskurse gleichzeitig in Trostberg mit jeweils knapp 20 Teilnehmern.

1.200 Jugendliche nutzten Berufsorientierungscamps

Als weiteres wichtiges Angebot nannte Kleinknecht die Berufsorientierungscamps: ausgelagerte Schulveranstaltungen, zum Beispiel in der Jugendbildungsstätte Ferien- und Bildungszentrum Siegsdorf und in der Jugendherberge Mühldorf. Seit 2012 haben 1.200 Jugendliche an 35 Camps teilgenommen. Kurz und knackig ist das Angebot „vhEsPRESSO: kurz – stark – garantiert“: Diese Kurse mit maximal drei Teilnehmern dauern jeweils drei Stunden. Dies ermöglicht eine intensive, individuelle Schulung. Sobald eine Person angemeldet ist, findet das Mini-Seminar auch statt – quasi mit „Durchführungsgarantie“. 20 Kurse wurden bislang durchgeführt.

Ab Herbst steigt die vhs mit kaufmännischen Themen wie Finanzbuchführung, Lohn und Gehalt, Controlling oder Personalwirtschaft ins Online-Lernen ein, berichtete Kleinknecht. Dabei sind die Seminarleiter nicht anwesend; die Teilnehmer sitzen am PC und bekommen die Lerninhalte per Internet. „Online-Lehrgänge kann man sich wie eine Live-Fernsehübertragung vorstellen“, erklärte der Geschäftsführer. Im Gegensatz zum Fernsehen oder auch zu den verbreiteten YouTube-Tutorials findet die Kommunikation aber in beiden Richtungen statt: Der „Zuschauer“ kann seine Fragen per Telefon oder Tastatur übermitteln, ein Moderator steuert diese Rückmeldungen, indem er Fragen bündelt, zurückstellt oder direkt an den Referenten weiterreicht. Auch wenn sich nur ein Teilnehmer anmeldet, kann die gewünschte Weiterbildung realisiert werden. Insofern seien die Online-Lehrgänge keine Konkurrenz zu üblichen vhs-Veranstaltungen.

Von der Renovierung der Heinrich-Braun-Schule im Sommer ist auch die vhs-Geschäftsstelle betroffen. Die Büroräume müssen komplett geräumt werden. Für zwei Monate richtet die vhs in ihren Räumen an der Tittmoninger Straße 19 ein Ersatzbüro ein. Aber: Teilnehmer, die sich telefonisch oder per E-Mail anmelden, merken vom vorübergehenden Umzug nichts. Die Kontaktdaten bleiben unverändert.

(10. Mai 2016)

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