Mode Heppel: „Super Einzugsgebiet“

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Bernhard Heppel ist seit 1985 in Trostberg. Damals übernahm er das Geschäft der Familie Scherrer, das seit 1902 bestand. „Nachfolgeprobleme sind nicht nur ein Zeichen der heutigen Zeit, die gab’s auch früher schon“, erzählt Heppel. Er stammt aus einer Textiler-Familie, seine Eltern hatten ein Modehaus im Markt Untergriesbach im Bayerischen Wald. „Wir sind drei Brüder – und drei Familien kann ein Haus allein nicht ernähren. Ich hab mich nach meiner Lehre und meiner Zeit in München umgeschaut, wo ich meine Existenz aufbauen kann. Über den Einkaufsverband hab ich dann erfahren, dass in Trostberg ein sehr gut geführter Textilstandort einen Nachfolger sucht.“ Das solide geführte Hauses habe ihn überzeugt – und der hohe Freizeitwert des Chiemgaus machten dem begeisterten Berggeher die Entscheidung doppelt leicht. Und außerdem: „Ich war damals Ringer und Trostberg hatte eine sehr gute Ringermannschaft.“ Auch der TSV 1863 Trostberg war für Heppel ein wichtiger Standortfaktor.

Im Oktober 1991 eröffneten Heppel und seine Frau Beate ihr zweites Modegeschäft in Trostberg – das für Herrenbekleidung im ehemaligen Soll-Haus. Das war natürlich finanziell mit kräftigen Klimmzügen verbunden. „Wir haben damals viel Geld aufgenommen. Aber die Bank hat gesehen, dass wir vernünftig arbeiten.“ Vor etwa sieben Jahren eröffneten die Heppels ihren „Zeitgeist“ in der Hauptstraße, der vor allem junge Mode für Mädchen und modebewusste Frauen bietet. In knapp 30 Jahren, in denen Bernhard Heppel in Trostberg ist, wurden in seinen Häusern knapp 60 Lehrlinge ausgebildet.

„WENN MAN DEN LEUTEN WAS BIETET, KOMMEN SIE AUCH“

Was gefällt Heppel am Standort Trostberg? „Hier wohne ich, hier lebe ich, hier fühle ich mich wohl“, sagt der Unternehmer. „Und vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt: Der Trostberger kauft gern in Trostberg ein. Außerdem haben wir ein super Einzugsgebiet. Wenn man den Leuten was bietet, dann kommen sie auch.“ Das betreffe sowohl seine eigenen Aktivitäten wie sein Oktoberfest, die Freundinnenabende, die Schneebar oder den Lagerverkauf genauso wie den Basar, den er mitorganisiert. So überzeugt Heppel vom Standort Trostberg auch ist – natürlich sieht er auch die Punkte, wo noch Hausaufgaben zu erledigen sind: „Wir müssen die durch die Semmeltaste durchaus positive Parksituation in der Altstadt noch besser bewerben. In einer Stunde kann man immerhin sehr viel erledigen.“ Als einen nachahmungswürdigen Schritt bezeichnet Heppel die Aktivitäten um das Hotel „Zur Post“. „Durch die Renovierung wurde die Attraktivität der Altstadt gesteigert. Das trägt zur Wiederbelebung bei.“ Er hofft, dass Hausbesitzer dem Beispiel folgen – und eventuell Ladenflächen benachbarter Geschäfte zusammenlegen. „Die kleinen Leerstände sind oft schwer vermittelbar. Wer größere Verkaufsflächen braucht, sucht sich womöglich woanders das passende Geschäft.“ Zur Belebung Trostbergs würde laut Heppel die Ansiedlung eines Baumarkts beitragen. „Wenn man bloß einen Sack Zement braucht, muss man wegfahren. Ein Baumarkt könnte dabei helfen, Kunden an den Ort zu binden.“


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