Ruhehof der Heinrich-Braun-Mittelschule Trostberg

Standort für zusätzlichen Unterrichtsraum: Rechts neben dem Gebäudetrakt auf unserem Bild will die Stadt Trostberg einen Klassenzimmer-Container aufstellen. Foto: fam

Weiterer Unterrichtsraum an der Mittelschule

Bauausschuss gibt grünes Licht: Klassenzimmer-Container genehmigt

Von Michael Falkinger

„Auch wir müssen unsere Bauvorhaben selbst genehmigen“, kommentierte Bürgermeister Karl Schleid (CSU) in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses im Rathaus den Antrag der Stadt Trostberg, im so genannten Ruhehof der Heinrich-Braun-Mittelschule einen Klassenzimmer-Container aufzustellen. Die Stadt rechnet zum kommenden Schuljahr damit, nicht mehr alle Klassen im Schulgebäude unterbringen zu können. Der Ruhehof befindet sich zwischen den Trakten der Mittelschule und der vhs und weist in Richtung Schulbrücke. Der Container soll neben dem Mittelschultrakt aufgestellt werden und eine Überdachung zum Hauptgebäude erhalten.


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Der Bauausschuss befasste sich mit dem Klassenzimmer-Container, da er hinsichtlich der festgesetzten überbaubaren Flächen vom Bebauungsplan „Schule im Alzbogen“ abweicht. Der Container überschreitet für einen Teil der vorgesehenen offenen Zugangsüberdachung zum Schulgebäude auf eine Fläche von 17,5 Quadratmetern die Baugrenze. Der Ausschuss war sich jedoch einig, dass es sich dabei um eine geringfügige, städtebaulich vertretbare Abweichung handelt, und stimmte dem Antrag einhellig zu.

Dennoch blieb das Projekt nicht ganz ohne Kritik. Franz Xaver Obermayer (Freie Wähler) wies auf den Anschein eines Provisoriums hin und fragte, ob man nicht im Zuge der Sanierungsmaßnahmen an mögliche steigende Schülerzahlen und an einen weiteren Klassenraum gedacht habe. Bürgermeister Schleid entgegnete jedoch, dass die Schülerzahlen schwer auszurechnen seien, da oft Kinder von den weiterführenden Schulen an die Mittelschule wechselten.

Auch die Tatsache, dass dem Mittelschulverband Mittleres Alztal mit Hauptstandort Trostberg noch die Mittelschulen Tacherting, Altenmarkt und Obing angehören und deren Schüler womöglich teilweise auch zum Unterricht nach Trostberg müssen, erschwere Berechnungen. Zudem erscheine es nicht sinnvoll, an das Schulhaus anzubauen, wenn im Gegenzug Klassenräume in den anderen Verbundsschulen vielleicht nicht genutzt werden.

Im zu Ende gegangenen Schuljahr haben etwa 460 Kinder und Jugendliche die Heinrich-Braun-Mittelschule, die damit die drittgrößte der fünf Schulen im Stadtgebiet ist, besucht. Spitzenreiter waren die weiterführenden Schulen: das Hertzhaimer-Gymnasium mit knapp 690 Schülern und die Staatliche Realschule mit etwa 890 Kindern und Jugendlichen – Stand zu Beginn des abgelaufenen Schuljahrs. Etwa 310 Kinder besuchten die Heinrich-Braun-Grundschule, knapp 70 die Grundschule Heiligkreuz. Die Gesamtschülerzahl von etwa 2.420 unterstreicht die Bedeutung Trostbergs als Schulstandort. Um den Standort zu sichern, habe man 2010 auch den Mittelschulverbund ins Leben gerufen, erinnerte Schleid.

(3. August 2016)