Stadtkinogebäude wird nicht immissionsschutzfachlich untersucht.

Satzungsbeschluss für Bebauungsplan: Der Bauausschuss votierte einstimmig für den Änderungsentwurf für den Plan „Schule im Alzbogen“. Eine immissionsschutzfachliche Untersuchung des Stadtkinos und der darüberliegenden Gaststätte (links im Bild) erschien der Stadtverwaltung als unnötig. Foto: fam

Änderung in trockenen Tüchern

Bauausschuss beschließt einstimmig Erweiterung des Bebauungsplans „Schule im Alzbogen“

Von Michael Falkinger

Um den Bebauungsplan „Schule im Alzbogen“ im Bereich westlich der Bahnhofstraße zu ändern und zu erweitern, hat der Bauausschuss der Stadt Trostberg einstimmig eine Satzung beschlossen. Auf Nachfrage des Orgelpfeifers erklärte Andreas Kirchner, Leiter des Stadtbauamts, dass es sich hier um einen „ziemlich alten“ Bebauungsplan handle, den die Verwaltung nun neu auflegen wolle. „Ein konkretes Projekt ist nicht im Busch.“

Fa. Alwin Kroner

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Mit dem Bauleitplan hatte sich der Bauausschuss zuletzt in der Sitzung im Juli des vergangenen Jahres befasst und die eingegangenen Stellungnahmen von Immissionsschutzbehörde und Naturschutzbehörde behandelt. Die Verwaltung musste die Eingriffsregelung nach Naturschutzrecht anwenden und einen förmlichen Umweltbericht erstellen. Mit der Eingriffsregelung sollen negative Folgen von Eingriffen in Natur und Landschaft vermieden und minimiert werden.

Die Stadt muss den naturschutzfachlich erforderlichen Ausgleich extern nachweisen. Die Verwaltung verwendet als notwendige Ausgleichsfläche in der Größe von 1.350 Quadratmetern ein städtisches Grundstück am Schwarzerberg.

Den Änderungsentwurf hatte die Verwaltung öffentlich ausgelegt. Daraufhin folgten einige Stellungnahmen: von der Unteren Immissionsschutzbehörde und der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Traunstein sowie von den Stadtwerken Trostberg.

Die Immissionsschutzbehörde hatte angeregt, das Stadtkino und die darüberliegende Gaststätte, die sich im Bereich des Bebauungsplans befinden, aus immissionsschutzfachlicher Sicht zu überprüfen. Kirchner erklärte jedoch, dass die Verwaltung auf eine detaillierte Untersuchung verzichtet habe, weil in den vergangenen Jahren keine Beschwerden eingegangen seien.

Dem Wunsch der Naturschutzbehörde, die Baumarten in dem Gebiet näher zu benennen, folgten Bauausschuss und Verwaltung. Den Änderungsentwurf passte die Verwaltung auch dem Hinweis der Naturschutzbehörde an, dass bei Pflanzungen in der freien Natur nur Pflanzen verwendet werden sollen, die aus Samenmaterial aus der Region – so genanntes autochthones Pflanzenmaterial – gezogen wurden.

Keine Auswirkungen auf den Änderungsentwurf sahen Verwaltung und Bauausschuss bei einem Hinweis der Stadtwerke. „Wegen des zu erwartenden Zuwachses an Gewerbebetrieben kann es von Nöten werden, eine neue Trafostation in diesem Bereich zu errichten“, heißt es in einem Schreiben des Unternehmens. „Dies kann erst nach Bekanntwerden der tatsächlichen Bauvorhaben entschieden werden. “

In der Ausschusssitzung betonte Kirchner, dass der Satzungsbeschluss auf der Agenda stehe, da er seinem Nachfolger keine Hypotheken hinterlassen wolle. Denn: Zum 1. April verlässt Kirchner auf eigenen Wunsch die Stadtverwaltung Trostberg, um künftig das Bauamt in einer anderen Gemeinde zu leiten. Kirchners Nachfolger wird Bernhard Unterauer, der seit Mai 2013 Geschäftsleiter der Stadtverwaltung ist und zuvor schon in Bauämtern tätig war. Die Geschäftsleitung der Verwaltung wird neu besetzt.

(13. Februar 2016)